Freier Impuls zur Zeitqualität: Lughnasadh - Veränderungen im großen Kreislauf
- Angi Szalai
- vor 6 Tagen
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Lughnasadh - Veränderungen im großen Kreislauf
Das Jahreskreisfest Lughnasadh, auch Lammas (angelsächsisch für „Brotlaib“) genannt, wird traditionell rund um den 1. August gefeiert. Als erstes der drei Erntedankfeste im Jahreskreis lädt es uns dazu ein, bewusster mit unserer Nahrung, der Ernte und den Veränderungen in der Natur umzugehen.
Die Ernte des Getreides, seine mütterlichen Aspekte und die Deutung des Korns als göttlich männliches Prinzip stehen ursprünglich ebenso im Mittelpunkt wie die Auseinandersetzung mit dem Leben und Sterben im großen Kreislauf sowie dem Abtrennen jener Saat, die nicht aufgegangen oder faulig geworden ist.
Feste wie dieses wurden höchstwahrscheinlich erst mit dem Sesshaftwerden der Menschen und dem damit einhergehenden Getreideanbau Teil der spirituellen Praxis einer Gemeinschaft. Da Getreide fortan die wichtigste Nahrungsquelle darstellte, wurde es gesegnet und geehrt. Die Kornweihe, bei der das Brot aus der ersten Kornernte im kirchlichen Kanon geweiht wird, erinnert bis heute an diesen alten Brauch.
Unsere Vorfahren feierten das weiblich Göttliche als Kornmutter, die aus ihrem Schoß das reife Korn sprießen lässt, und das göttlich männliche Prinzip als den Samen, der sein Leben gibt, um neues Leben zu ermöglichen.
Diverse „Menschenopfer“, die die Opferung des „Korngottes“, „Sommerkönigs“ oder „Wicker Man“ symbolisieren sollten, wurden erstmals von Julius Cäsar beschrieben. Aus meiner Wahrnehmung sind diese Berichte - wie viele Darstellungen römischer Besatzer über willkürliche Tötungen zu rituellen Zwecken – kritisch zu hinterfragen. Ich halte solche Opferungen zwar nicht für unmöglich, denke jedoch, dass sie immer im Kontext der damaligen Lebensrealität betrachtet werden sollten.
Die Lebensrealität von uns heutigen Menschen ist mit jener vor etwa 2.500 Jahren nicht zu vergleichen. Da sich unsere Welt jedoch seit einigen Jahren spürbar verändert, könnten wir heute vor ähnlichen Fragen stehen wie unsere keltischen, germanischen und anderen europäischen Vorfahren:
Wenn das Gewohnte nicht mehr funktioniert - wie geht es weiter?
Wollen wir trotz der Veränderungen in der Natur um jeden Preis weitermachen wie bisher oder passen wir uns - wie Generationen vor uns - wieder stärker unserer Umwelt an?
Aus meiner Wahrnehmung ist es heute weniger wichtig, woher diese Veränderungen kommen. Viel wichtiger erscheint mir die Frage, welche neuen Möglichkeiten wir haben. Müssen wir unser Korn wirklich bereits im Juni auf chemisch behandelten Feldern ernten oder dürfen wir wieder lernen, im Einklang mit den natürlichen Rhythmen zu leben?
Hier öffnet sich - dessen bin ich mir bewusst - ein großes Feld unterschiedlicher Meinungen und Sichtweisen.
Mein Impuls ist jedoch nicht, Diskussionen zu führen, sondern den Blick nach innen zu richten. Veränderungen lösen oft Angst und Unbehagen aus. Vielleicht liegt genau darin eine Einladung.
Impulse zur Zeitqualität von Lughnasadh
Frage dich:
Bin ich mir der natürlichen Zyklen des großen Kreislaufs von Leben und Sterben bewusst?
Macht mir Loslassen Angst?
Macht mir Veränderung Angst?
Vertraue ich meiner eigenen Wahrnehmung?
Was fühle ich angesichts der Veränderungen in der Natur? Berühren sie mich – oder halte ich lieber Abstand?
Könnte ich meine Ernährung stärker an das anpassen, was mir die Natur gerade wirklich schenkt?
Welches Wissen über Nahrung hatten meine Vorfahren?
Wie hätten sie auf die heutige Situation reagiert?
Der große Kreislauf des Lebens verändert sich.
Nutze, wenn du magst, die besondere Zeit rund um Lughnasadh, um dich bewusster mit diesen Fragen auseinanderzusetzen und dir zu erlauben, aus Ängsten Schritt für Schritt auszusteigen.
Die Natur als große Mutter und die befruchtenden Elemente als großer Vater sorgen immer für ihre Kinder.
Immer.
Manchmal dürfen wir Kinder einfach lernen, mit neuen Situationen umzugehen.
Wenn dich Jahreskreisfeste, ihre ursprüngliche Bedeutung und die Verbindung zur Natur interessieren, freue ich mich, wenn du mir schreibst oder beim Open House im Nemeton in Bad Vöslau vorbeikommst.
Blessings,
Ela ✨
Freier Impuls zur Zeitqualität: Lughnasadh – Veränderungen im großen Kreislauf




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